Überdüngung gehört zu den häufigsten Probleme beim Cannabis Anbau, besonders bei Einsteigern. Viele meinen es zu gut mit ihren Pflanzen und geben zu viel Dünger. Das Problem ist: Zu viel Dünger schadet der Pflanze oft mehr als zu wenig.
Die Düngeangaben der Hersteller sind häufig sehr hoch angesetzt. Viele Grower fahren besser, wenn sie nur etwa die Hälfte oder sogar nur ein Drittel der empfohlenen Menge verwenden und bei Bedarf nachdüngen. Nachdüngen kann man immer – überdüngen rückgängig zu machen ist deutlich schwieriger.
Wenn du generell unsicher bist, wie man Cannabis richtig düngt, lies zuerst diesen Beitrag:
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Inhaltsverzeichnis
- Was ist Überdüngung?
- Woran erkennt man Überdüngung?
- Überdüngung oder Nährstoffmangel – Unterschied
- Ursachen für Überdüngung
- Was tun bei Überdüngung?
- Überdüngung vermeiden
- Fazit
- Häufige Fragen
Was ist Überdüngung?
Von Überdüngung spricht man, wenn die Pflanze mehr Nährstoffe bekommt, als sie aufnehmen oder verarbeiten kann. Die überschüssigen Nährstoffe und Salze sammeln sich in der Erde an und können die Wurzeln schädigen. Dadurch kann die Pflanze Wasser und Nährstoffe schlechter aufnehmen.
Das Ergebnis: Die Pflanze sieht krank aus, obwohl eigentlich zu viele Nährstoffe vorhanden sind.
Überdüngung tritt besonders häufig auf:
- bei mineralischem Dünger
- wenn bei jedem Gießen gedüngt wird
- bei kleinen Töpfen
- bei vorgedüngter Erde
- wenn man sich strikt an das Dünge-Schema hält
Woran erkennt man Überdüngung?
Typische Anzeichen für Überdüngung sind:
- Blattspitzen werden gelb oder braun
- Blattspitzen sehen verbrannt aus
- Blätter werden sehr dunkelgrün
- Blätter rollen sich nach unten (Krallenform)
- Blätter wirken dick und fest
- Wachstum verlangsamt sich
- Erde riecht stark nach Dünger
- Salzablagerungen auf der Erde
- Blätter sterben von der Spitze nach innen ab
Ein klassisches Zeichen sind verbrannte Blattspitzen, oft „Nährstoffbrand“ genannt.
Überdüngung oder Nährstoffmangel – Unterschied
Das wird sehr oft verwechselt und ist extrem wichtig zu verstehen.
Anzeichen Überdüngung
- Blätter sehr dunkelgrün
- Blattspitzen braun
- Blätter rollen sich nach unten
- Blätter wirken dick
- Pflanze wächst langsam
- Erde sehr feucht / viele Salze
Anzeichen Nährstoffmangel
- Blätter eher hellgrün oder gelb
- Pflanze wirkt schwach
- Wachstum langsam
- Blätter werden von unten gelb
- keine verbrannten Blattspitzen
Wenn Blätter gelb werden, kann das viele Ursachen haben. Eine ausführliche Übersicht findest du hier:
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Ursachen für Überdüngung
Häufige Ursachen sind:
- zu viel Dünger
- zu häufig düngen
- vorgedüngte Erde + zusätzlicher Dünger
- zu kleine Töpfe
- falsches Gießen
- mineralischer Dünger zu hoch dosiert
- Düngeplan des Herstellers übernommen
- Drain fehlt beim Gießen
Auch die Topfgröße spielt eine Rolle:
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Und richtiges Gießen ist ebenfalls sehr wichtig:
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Was tun bei Überdüngung?
Wenn du denkst, dass deine Pflanze überdüngt ist, solltest du ruhig bleiben und Schritt für Schritt vorgehen.
Schritt-für-Schritt Anleitung
- Sofort mit dem Düngen aufhören
- Erde mit klarem Wasser spülen
- Topf gut abtropfen lassen
- Erde etwas trocknen lassen
- Pflanze einige Tage beobachten
- Danach wieder sehr vorsichtig düngen
- Dünge-Menge reduzieren
Beim Spülen gießt du langsam viel Wasser durch die Erde, damit überschüssige Salze ausgespült werden. Man nennt das auch Spülen oder Flushen.
Danach erholen sich die Pflanzen meist innerhalb von einigen Tagen.
Beim Spülen der Erde läuft oft sehr viel Wasser aus dem Topf. Ein Drain-Untersetzer kann hier sehr hilfreich sein, damit überschüssiges Wasser aufgefangen wird und die Wurzeln nicht im Wasser stehen bleiben.
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Überdüngung vermeiden
Überdüngung lässt sich relativ einfach vermeiden, wenn man ein paar Regeln beachtet.
Gute Tipps zur Vorbeugung
- Mit wenig Dünger anfangen
- Düngeangaben der Hersteller reduzieren
- Nicht bei jedem Gießen düngen
- Große Töpfe verwenden
- Erde zwischendurch trocknen lassen
- Lieber organischen Dünger verwenden
- Pflanze beobachten statt Schema folgen
- Bei vorgedüngter Erde erst später düngen
- Immer mit Drain gießen
- Weniger ist oft mehr
Viele Überdüngungen entstehen, weil Dünger nach Gefühl dosiert wird. Es ist sinnvoll, einen kleinen Messbecher oder besser eine Messpipette zu verwenden, damit man den Dünger genau abmessen kann.
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Viele Probleme entstehen durch falsches Zusammenspiel von:
- Erde
- Wasser
- Dünger
- Topfgröße
- Licht
Deshalb lohnt es sich, die Grundlagen zu verstehen:
➤https://cannabis-verstehen.de/cannabis-erde-anfaenger/
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Fazit
Überdüngung ist eines der häufigsten Probleme beim Cannabis Anbau. Viele Einsteiger geben zu viel Dünger, weil sie möglichst schnelles Wachstum wollen. In Wirklichkeit wachsen Pflanzen oft besser, wenn man etwas vorsichtiger düngt.
Eine gute Regel ist:
Mit wenig Dünger anfangen und bei Bedarf langsam steigern.
Zu viel Dünger kann die Wurzeln schädigen und das Wachstum deutlich verschlechtern. Wenn man Überdüngung früh erkennt und schnell reagiert, erholen sich die Pflanzen aber meist wieder.
Häufige Fragen zur Cannabis Überdüngung
Wie erkennt man Überdüngung bei Cannabis?
Braune Blattspitzen, sehr dunkle Blätter und nach unten gebogene Blätter sind typische Anzeichen.
Was tun bei Überdüngung?
Mit klarem Wasser spülen und einige Zeit nicht düngen.
Ist Überdüngung schlimm?
Wenn man früh reagiert, erholen sich die Pflanzen meist wieder.
Wie vermeidet man Überdüngung?
Mit wenig Dünger anfangen und die Pflanze beobachten.
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